Unabhängiges Magazin über Treppen im Haus. Kein Hersteller und kein Händler, ohne Verbindung zur früheren Website unter dieser Domain; wir bauen und verkaufen keine Treppen. Planung und Montage tragender Treppen gehören ausschließlich in die Hände von Fachleuten.

Ideen

Treppenarten und Ideen

Die Bauart einer Treppe bestimmt, wie viel Platz sie braucht, wie sich der Aufstieg anfühlt und wie sie sich in den Raum einfügt. Ein gerader Lauf ist einfach und übersichtlich, ein Podest schenkt eine Verschnaufpause, die Wendeltreppe spart Fläche, verlangt aber Geschick. Hier finden Sie die wichtigsten Arten mit ihren Stärken und Schwächen – und ein wenig Geschichte darüber, wie die Treppe vom technischen Bauteil zum Mittelpunkt des Wohnraums wurde.

Kompaktheit bezahlt man bei einer Treppe immer mit Komfort. Je weniger Platz sie braucht, desto aufmerksamer muss man sie begehen – überlegen Sie vorher, ob Sie das jeden Tag wollen.

— Aus der Redaktion

So ist diese Rubrik aufgebaut: Wir beschreiben allgemeine Treppenarten und Grundsätze ihrer Anordnung im Haus, ohne Maße, Berechnungen oder Empfehlungen für bestimmte Produkte. Ob eine Bauart zu Ihrem Haus passt, entscheidet der Planer mit Blick auf Deckenöffnung, Decken und die Menschen, die die Treppe nutzen.

Arten und Ideen

Sechs Treppenarten, über die man beim Bauen oder Umbauen eines Hauses am häufigsten nachdenkt.

Gerade einläufige Treppe

Ein Lauf von Geschoss zu Geschoss – die übersichtlichste und am bequemsten zu begehende Variante. Möbel lassen sich leicht tragen, der Schrittrhythmus bleibt gleich. Dafür braucht sie viel freien Platz in der Länge, an einer Wand oder mitten im Raum.

Planung

Podesttreppe

Zwei Läufe, die durch ein Podest verbunden sind, lenken den Aufstieg um und passen in einen kompakteren Grundriss. Das Podest bietet eine Pause auf halber Höhe und Platz für ein Fenster, eine Nische oder ein Bücherregal.

Planung

Mit gewendelten Stufen

Statt eines Podests übernehmen keilförmige Stufen die Richtungsänderung. Das spart Platz, doch der Auftritt dieser Stufen ist ungleich breit; man geht dort aufmerksamer und hält sich am Handlauf auf der breiteren Seite fest.

Anleitungen

Wendeltreppe

Die Stufen winden sich um eine zentrale Spindel, daher braucht die Treppe wenig Grundfläche. Sie wirkt spektakulär, doch Sperriges lässt sich kaum hinauftragen, und für Kinder und ältere Menschen ist sie meist unbequem. Oft dient sie als zweite Treppe – zur Galerie oder in die Werkstatt.

Materialien

Bolzentreppe

Die Stufen sind mit speziellen Bolzen an der Wand befestigt und untereinander verbunden; so scheint die Treppe zu schweben und nimmt kaum Licht. Die Wand muss ausreichend tragfähig sein, und die Befestigung berechnet und ausführt ausschließlich eine Fachperson.

Planung

Raumspar- und Dachbodentreppen

Für den seltenen Weg auf Dachboden oder Galerie nutzt man Bodentreppen zum Ausklappen oder Raumspartreppen mit wechselseitig versetzten Auftritten für den linken und rechten Fuß. Das spart Platz auf Kosten des Komforts: Für den täglichen Gebrauch eignen sie sich schlecht.

Anleitungen

Aus der Geschichte der Treppe

  1. Frühzeit

    Die ältesten Treppen waren in den Fels gehauene Stufen und Leitern aus eingekerbten Baumstämmen. Sie dienten einem einfachen Zweck: aufs Dach, in den Speicher oder auf die Festungsmauer zu gelangen.

  2. Antike

    Breite Steintreppen werden Teil der Architektur von Tempeln und öffentlichen Bauten. Der Aufstieg zum Heiligtum oder zum Forum wird zu einem feierlichen Weg und nicht nur zu einem Mittel, die Ebene zu wechseln.

  3. Mittelalter

    In Burgen und Türmen verbreiten sich schmale Wendeltreppen um eine zentrale Spindel. Sie sparten Platz im dicken Mauerwerk und halfen bei der Verteidigung: Mit Waffen war es darin eng.

  4. Spätes 17. Jahrhundert

    Der französische Architekt François Blondel verknüpft in seinem „Cours d'architecture“ Steigungshöhe und Auftrittsbreite mit der Länge des menschlichen Schritts. Sein Verhältnis gilt bis heute als klassischer Richtwert für Bequemlichkeit.

  5. Neuzeit

    Die Prunktreppe wird zum Schmuckstück von Schlössern und Palais und hält später Einzug in städtische Wohnhäuser. Es entstehen Metallkonstruktionen und leichte Geländer, später Glas und Treppen, die scheinbar in der Luft schweben.

Die Treppe als Mittelpunkt des Wohnraums

In einem Haus mit zwei Ebenen ist die Treppe fast immer sichtbar, deshalb sollte man sie als Teil der Einrichtung sehen und nicht als technisches Bauwerk. Offene Stufen ohne Setzstufen lassen Licht durch und machen den Raum leichter; ein geschlossener Lauf mit Setzstufen wirkt ruhiger und erlaubt einen Abstellraum unter der Treppe.

Die Materialien der Treppe lassen sich gut mit der übrigen Ausstattung verbinden: den Holzton des Bodens, das Metall der Fensterrahmen oder den Stein im Flur aufgreifen. Handlauf und Geländerstäbe prägen den Charakter: Schlanke Metallstäbe wirken modern, gedrechselte Holzbaluster klassisch.

Der Raum unter und neben der Treppe eignet sich für Stauraum, eine Bibliothek oder eine Arbeitsecke. Wichtig ist nur, die Zugänge zur untersten und obersten Stufe frei zu halten und kein Licht zu verdecken – denn die Sicherheit einer Treppe beginnt damit, dass man sie gut sieht.

  • Materialien

    Holz, Leimholz, Metall, Beton und Stein, Glas im Geländer und Beläge für Stufen – allgemein erklärt. Hier steht auch der Beitragskatalog.

  • Planung

    Wie man an die Planung einer Treppe herangeht, was die Schrittmaßregel nach Blondel besagt und was man den Planer fragen sollte.

  • Anleitungen

    Wie man sicher auf der Stehleiter steht und den Lack auf Holzstufen auffrischt. Und was man besser nicht selbst macht.

Quellen

  • François Blondel, „Cours d'architecture“
  • Enzyklopädische Quellen zur Architekturgeschichte

Die Angaben zu Treppen sind allgemein gehalten und stützen sich auf Werke zur Architekturgeschichte, enzyklopädische Quellen, technische Unterlagen der Hersteller von Oberflächenmaterialien und Sicherheitsmerkblätter des russischen Katastrophenschutzministeriums (EMERCOM). Welche Anforderungen für die Treppe in Ihrem Haus gelten, bestimmen die Bauvorschriften und der Planer; wie eine Oberfläche gepflegt wird, regelt die Anleitung des Herstellers.